Warnstreik mit Protestkundgebung bei Hager in Blieskastel

  • 17.03.2021
  • Aktuelles

Am 18.03.2021 versammeln sich die Beschäftigten der Früh- und Mittagsschicht von Hager in Blieskastel ab 11:00 Uhr auf der Straße vor der Fabrik zu einer Protestkundgebung. Delegationen von Vertrauensleuten anderer Betriebe werden die Aktion unterstützen.

Die Vertrauensleute der IG Metall Homburg-Saarpfalz haben beschlossen, in der laufenden Tarifbewegung der Metall- und Elektroindustrie die Warnstreiks zu verstärken. Bis zum Ende der nächsten Woche sind für den Bereich der Geschäftsstelle Homburg-Saarpfalz 22 Warnstreiks geplant in denen 10.000 Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen werden. Den Auftakt machen die Beschäftigten von Hager Electro in Blieskastel. Zusätzlich zum Warnstreik findet vor der Firmenpforte eine Kundgebung der IG Metall statt. An dieser Kundgebung nehmen auch Delegationen von Vertrauensleuten aus den Betrieben der Region teil.

Warnstreik mit Kundgebung bei Hager Electro in Blieskastel
Donnerstag, den 18. März 2021
11:00 Uhr Beginn des Warnstreiks, unmittelbar im Anschluss Beginn der Kundgebung
Hager Electro, Zum Gunterstal, Blieskastel

Ralf Reinstädtler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Homburg-Saarpfalz zur aktuellen Situation:

„Das Verhalten der Arbeitgeberverbände und ihrer Mitgliedsunternehmen in der laufenden Tarifbewegung ist unverschämt und unverantwortlich. In vier Verhandlungsrunden gab es kein Entgegenkommen, keine konstruktiven Vorschläge und kein Angebot der Arbeitgeber. Diese Haltung und dieses Verhalten sind unverschämt und respektlos. Die Beschäftigten arbeiten seit einem Jahr unter großen Belastungen und Opfern. Sie kombinieren Kinderbetreuung, Homeschooling und Home-Office oder arbeiten unter Corona Restriktionen und Risiken in den Betrieben. Viele mussten im vergangenen Jahr wegen Kurzarbeit erhebliche Entgeltreduzierungen hinnehmen. 

Seit Herbst brummt es in der regionalen Metall- und Elektroindustrie. Die Corona Belastungen sind geblieben und zum Teil noch gestiegen. Insbesondere befristete Mitarbeiter und Leiharbeiter wurden abgebaut und damit die Leistungsschraube angezogen. Bereits aus diesen Gründen ist die Verweigerung der Arbeitgeber nicht zu verstehen und völlig inakzeptabel. 

Hinzu kommt, dass die Forderungen nach Perspektiven für Beschäftigte und Unternehmen, für mehr Sicherheit für die Beschäftigten von den Arbeitgeberverbänden und ihren Mitgliedsunternehmen insgesamt zurückgewiesen werden. Nur mit einem Zukunftstarifvertrag und durch ergänzende und verlässliche Regelungen zur Beschäftigungssicherung ist die Bewältigung der Transformation möglich. Der „Herr im Hause-Standpunkt“ und ein Verhalten nach Gutherrenart können die IG Metall und die Beschäftigten in den Betrieben nicht akzeptieren.“