Drohende Kündigungen beim Kranhersteller Tadano Demag

  • 13.01.2021
  • Aktuelles

392 Mitarbeiter sollen nach dem Willen der Unternehmensleitung beim Zweibrücker Kranhersteller entlassen werden. Nach den der IG Metall vorliegenden Informationen wurden die von den Entlassungen betroffenen Mitarbeiter darüber heute durch die Unternehmensleitung informiert.

Außerdem wurden diesen Mitarbeitern der Wechsel in eine neunmonatige Transfergesellschaft angeboten. Mitarbeiter, die dieses Angebot ablehnen, droht eine betriebsbedingte Beendigungskündigung.

Die IG Metall Homburg-Saarpfalz bedauert diese Entwicklung. „Für die Region ist die Entwicklung bei Tadano Demag eine Katastrophe. Kündigungen vernichten Existenzen und sind das Schlimmste, was Beschäftigten in ihrem Erwerbsleben passieren kann. Keiner der Betroffenen hat in den letzten Jahren einen schlechten Job gemacht. Niemand der Betroffenen ist für die Situation des Unternehmens verantwortlich. Für diese Kündigungen trägt alleine die Unternehmensführung die Verantwortung“, kommentiert Ralf Reinstädtler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Homburg-Saarpfalz die dramatische Situation.

Reinstädtler weiter: „Ärgerlich und irreführend sind in diesem Zusammenhang die aktuellen Äußerungen der Geschäftsführung, die der Medienberichterstattung zu entnehmen sind. Pauschal wird dort von den Verantwortlichen des Unternehmens behauptet, dass man Kündigungen hätte vermeiden können, dies allerdings an der Verhandlungsbereitschaft der Arbeitnehmervertreter gescheitert wäre. Mit dieser dreisten Darstellung wird versucht von den eigenen Unternehmensentscheidungen abzulenken und die Verantwortung und die Schuld dafür anderen in die Schuhe zu schieben.

Entgegen dieser Darstellung waren es ausschließlich die Arbeitnehmervertreter, die eine Reduzierung des Personalabbaus forderten und thematisierten. Die Arbeitnehmervertreter haben sogar einen eigenen Vorschlag entwickelt, der eine deutlich Reduzierung betriebsbedingter Kündigungen vorsah. Die Idee durch Kurzarbeit und tarifliche Arbeitszeitreduzierung Kündigungen im größerem Umfang zu vermeiden wurde leider von der Unternehmensleitung zurückgewiesen.

Stattdessen wurde von Firmenseite eine dauerhafte Reduzierung der Entgelte im Volumen von bis zu 40% gefordert. Trotz dieser Entgeltreduzierung wurde am Abbau von über 300 Arbeitsplätzen festgehalten. Eine Beschäftigungs- und Standortgarantie für die im Unternehmen verbleibenden Mitarbeiter wurde nicht angeboten. Den im Betrieb verbleibenden Beschäftigten wäre in der Konsequenz weniger Geld übriggeblieben, als die Entlassenen in der Transfergesellschaft und später vom Arbeitsamt erhalten.

Die Arbeitnehmervertreter und die IG Metall Homburg-Saarpfalz werden sich auch zukünftig für die Sicherung der Beschäftigung und faire Arbeitsbedingungen in der Region einsetzen.“