Kahlschlag bei Bosch Rexroth in Homburg

  • 08.09.2020
  • Aktuelles

Arbeitgeber verkündet ein Sterben auf Raten

155 Arbeitsplätze sollen bei Bosch Rexroth in einem ersten Schritt abgebaut werden. Die Belegschaft wurde heute, in kurzfristig anberaumten Versammlungen vom Management informiert. 552 Beschäftigte zählt das Werk in Homburg aktuell. Hier werden Komponenten für die Mobil- und die Industriehydraulik gefertigt. Nun hat der Arbeitgeber bekanntgegeben, sich in Homburg von der Sparte Industriehydraulik zu trennen und somit von knapp einem Drittel der Beschäftigten.

„Diese Entscheidung bedeutet das Aus für den Bosch Rexroth Standort in Homburg“, so der Betriebsratsvorsitzende Stephan Huber, der gleichzeitig stellvertretender Gesamtbetriebsratsvorsitzender ist. Huber weiter: „Es ist ein fataler Fehler, mit der Industriehydraulik das zweite Standbein aus Homburg wegzunehmen. In den letzten Jahren haben sich bei Auftragsschwankungen die beiden Fertigungsbereiche ausgeglichen. Nun soll der Standort weiter schrumpfen, doch die Fixkosten für das Werk bleiben gleich. Das wird ein wirtschaftlicher Totalschaden mit Ansage“.

Bereits im Zeitraum von Januar 2015 bis heute wurde die Beschäftigtenzahl aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen um ca. 200 Arbeitsplätze reduziert.

„Wir werden den Beschluss des Arbeitgebers auf keinen Fall akzeptieren“, versichert Martin Zimmer, Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall in Homburg. „Wir werden gemeinsam für den langfristigen Fortbestand des Homburger Standortes kämpfen, für jeden einzelnen Arbeitsplatz.“

„Mitten in der Corona-Krise - während sich der Großteil der Bevölkerung Gedanken um die Zukunft macht, Gedanken um die Familie, Gedanken um die eigene wirtschaftliche Existenz – haut das Management diese Nachricht raus“, empören sich Huber und Zimmer. „Wir werden dieses Sterben auf Raten nicht zulassen. In den nächsten Tagen, Wochen und Monaten wird dies das Management zu spüren bekommen. Die Beschäftigten erwarten vom Management verantwortliches Handeln und keinen unüberlegten, eiskalten Aktionismus. Es gibt bessere Alternativen und daran werden wir arbeiten.“