Das „neue Arbeiten“ bei Pallmann in Zweibrücken

  • 08.05.2020
  • Aktuelles

Die aktuelle Corona-Pandemie hat direkte Auswirkung auf den Arbeitsplatz der Beschäftigten im Betrieb. Die Gewerkschaftssekretäre der IG Metall Homburg-Saarpfalz besuchten die Firma Pallmann, einen Hersteller von Sonder- und Zerkleinerungsmaschinen in Zweibrücken, um sich vor Ort einen Überblick über die praktische Umsetzung der Hygienebestimmungen und Abstandsgebote zu verschaffen.

Von Kurzarbeit und Stillstand blieb das Unternehmen bislang verschont. Die zentrale Herausforderung der letzten Wochen bestand darin die Kundenversorgung und Fertigung aufrecht zu erhalten und gleichzeitig neue Hygienestandards und Abstandsregelungen aufgrund der Corona Krise im Betrieb umsetzen.

Während unseres mehrstündigen Rundgangs durch die Abteilungen in der Fertigung und Verwaltung konnten wir einen guten Überblick über die neue Situation gewinnen. Pallmann hat verschiedene Maßnahmen umgesetzt, z. B. Hygienespender auf jeder Etage in Durchgangsbereichen aufgestellt. Masken stehen den Mitarbeitern zu Verfügung, müssen aber nur dort getragen werden, wo es aufgrund der Arbeitsaufgabe schwierig ist, den vorgeschriebenen Abstand einzuhalten. Das praktische Herantasten an mögliche Lösungen und dabei den Betriebsrat und die Mitarbeiter einzubinden waren Teil der Strategie und Lösung. Überall spürt man die Disziplin der Mitarbeiter, die empfohlenen Schutzmaßnahmen zu beachten. Diese sichern schließlich die eigene Gesundheit. Der Betriebsleiter betonte auch, dass momentan keine Corona Fälle bekannt sind.

Aber auch in die Arbeitsorganisation wurde eingegriffen. Am nachhaltigsten ist dabei die Entzerrung der Arbeitsplätze, die insbesondere in der Verwaltung sichtbar wurden. Um dies weiter zu unterstützen hat der Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung zum "Mobilen Arbeiten" auf den Weg gebracht. Diese neue Arbeitsform wird von den Beschäftigten angenommen und genutzt.

Das Hygienekonzept wird durch die bereits ältere Betriebsvereinbarung zur Arbeitszeit unterstützt, die für alle Beschäftigten gilt. Das heißt generell für die Beschäftigten für Pallmann, dass das alte Arbeitszeitmodell und die neue Arbeitsweise sich nur wenig unterscheiden.

Durch den flexiblen Gleitzeitrahmen ist es möglich die Arbeit zu entzerren. Dadurch sind nur wenige Beschäftigte zeitgleich an einem Ort. Dies ist gerade in den Engpassbereichen, z. B. im den Umkleideräumen sehr wichtig. Zusätzlich wurde in den Sanitärbereichen durch gezielte Umbaumaßnahmen der persönliche Schutzbereich der Mitarbeiter vergrößert.

Positiv zu erwähnen ist außerdem unser Eindruck, dass trotz aller Vorsicht und virusbedingten Distanzregelungen alle Mitarbeiter auch in Zeiten des Corona Virus sehr kollegial zusammenarbeiten. Unverändert ist das „Wir-Gefühl“ in der Belegschaft bei dem Zweibrücker Traditionsunternehmen stark ausgeprägt.

Der Betriebsleiter hat aber auch auf einen eklatanten Missstand außerhalb des Betriebs hingewiesen und uns gebeten hier mit zu unterstützen. Dabei geht es um die anhaltende Grenzschließung und die vielen Unannehmlichkeiten und Restriktionen, denen die Grenzgänger tagtäglich ausgesetzt sind. Auch für uns sind diese Maßnahmen nicht mehr nachzuvollziehen. Daher hat unsere Geschäftsstelle in den letzten Wochen bereits mehrere Initiativen zur Grenzöffnung unterstützt.

Das Team der IG Metall bedankt sich bei euch allen für den herzlichen Empfang, die aufschlussreichen Gespräche. Ein großes Dankeschön auch an unsere Betriebsräte und Vertrauensleute für die vielen Eindrücke während unserer Betriebsbegehung.