Aktuelles zur Schaeffler Brennstoffzelle – Endgültiges AUS der Abteilung!

  • 04.03.2021
  • Aktuelles

Am Dienstag, 02. März 2021 wurde der Betriebsrat über das endgültige AUS der Abteilung Brennstoffzelle in Homburg informiert. Alle Arbeiten an dieser wichtigen zukunftsweisenden Technologie sollen in Homburg eingestellt werden. 2100 Arbeitsplätze bei Schaeffler hängen direkt oder indirekt am Verbrennungsmotor. Ohne eine Perspektive auf alternative Produkte, unabhängig vom Verbrennungsmotor, sind nicht nur die Arbeitsplätze und Einkommen von tausenden Familien in Gefahr. Es könnte ein Schock für die gesamte Region bedeuten. Der Arbeitgeber will zukünftig sämtliche Aktivitäten am Standort Herzogenaurach in einem Kompetenzzentrum Wasserstoff bündeln.

Angedacht war ursprünglich, dass in Homburg die Prozessentwicklung und die Serienvorbereitung für Platten der Brennstoffzellen, Steacks und Systeme von Elektrolyseurplatten im Prototypenbau entwickelt und in Kleinserien gefertigt werden sollten. Diese Aktivitäten der früheren Werkleitung wurden tatkräftig von Seiten des Betriebsrates und der IG Metall Geschäftsstelle Homburg-Saarpfalz unterstützt. Breite Unterstützung gab es auch von Seiten der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik.  Der Bereich der Brennstoffzelle in Homburg wäre eine Zukunftsperspektive für den Standort Homburg gewesen. Die Entwicklung von Komponenten der Brennstoffzelle wäre ein wertvoller Beitrag gewesen, um die Transformation der Industriearbeitsplätze erfolgreich zu bestehen. Diese Entscheidung des Arbeitgebers wird massiv von Seiten des Homburgers Betriebsrates und der IG Metall kritisiert!

DAS EINE MACHEN UND DAS ANDERE NICHT LASSEN - Um was geht es uns im Detail?

  • Am Standort Homburg können wir die Entscheidung des Arbeitgebers nicht nachvollziehen!
  • Wir fordern, dass unsere Brennstoffzellen-Abteilung in Homburg erhalten bleibt und mit dem Kompetenzzentrum in Herzogenaurach zusammenarbeitet wird.
  • Wir fordern am Status Quo festzuhalten um auch in einer Zukunft ohne Verbrennungsmotor Arbeitsplätze in Homburg zu haben. 

Salvatore Vicari Betriebsratsvorsitzender: Die Entscheidung zur Verlagerung der Abteilung Brennstoffzelle nach Herzogenaurach ist ein Tiefschlag für unseren Standort in Homburg! Die Brennstoffzelle bietet so viele Möglichkeiten und Potenziale für beide Standorte. Hier geht es nicht um eine Diskussion für oder gegen ein Kompetenzzentrum in Herzogenaurach. Unsere Abteilung Brennstoffzelle können wir der Organisation im Kompetenzzentrum Herzogenaurach angliedern. Ich bin in großer Sorge um die langfristige Beschäftigung am Standort Homburg. Eine verschärfte Diskussion zu Klimaschutzziele, E Mobilität und der politische Willen, die Transformation so schnell wie möglich umzusetzen, verunsichern alle Beschäftigte und gefährdet mit der aktuellen Entscheidung der Geschäftsleitung die Beschäftigung am Standort Homburg. Das Management muss jetzt handeln und den Beschäftigten am Standort Homburg eine Alternative aufzuzeigen, um den Standort und den Beschäftigten in Homburg Sicherheit zu geben.

Thomas Dettweiler, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, bezeichnet die Entscheidung als fatal: Neue Technik in Homburg für Schaeffler zu entwickeln und dann nichts vom Kuchenstück abzubekommen ist ein falsches Signal und nicht zukunftsgerichtet für den Standort in Homburg und für die ganze Region. Das Gefühl ist wie ein Schlag ins Gesicht für die Kolleginnen und Kollegen, die die Idee zur Neuentwicklung und Herstellung einer Brennstoffzelle vorangetrieben haben und ein fatales Signal für alle Beschäftigten am Standort Homburg, die derzeit an Teilen für Verbrennungsmotoren arbeiten. Motivation für neue Ideen und Entwicklung in und für Homburg wird hier, auch perspektivisch gesehen, mit Füßen getreten. Die Forderung des Betriebsrates ans Management: Sie müssen den Beschäftigten eine langfristige Perspektive für den Standort aufzuzeigen. 

Peter Vollmar, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Homburg-Saarpfalz ergänzt: „Diese Entscheidung ist ein Tiefschlag für alldiejenigen die mit so viel Herzblut diese Technologie entwickelt haben. Wir müssen jetzt unsere Industrie auf die Technologien der Zukunft vorbereiten um auch noch in 10 Jahren Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region zu sichern.