IG Metall Homburg-Saarpfalz
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22.10.2017, 07:10 Uhr

IG Metall für Angestellte

Wenn es in den Medien mal wieder um Tarifauseinandersetzungen geht und dass „Gewerkschaften mal wieder mehr Geld verlangen“, dann wird die IG Metall fälschlicherweise häufig nur mit der Metall- und Elektroindustrie und ihren Beschäftigten im gewerblichen Bereich in Verbindung gebracht. Doch die industrielle Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten gravierend verändert. Und auch wenn Arbeitskämpfe und Tarifkonflikte das öffentliche Bild in Print- und digitalen Medien bestimmen, so leistet eine Interessengemeinschaft wie die IG Metall mit über 2,3 Mio. Mitgliedern seit Jahren und Jahrzehnten deutlich mehr. Die Arbeitswelt ist komplex und vielfältig. Als IG Metall Homburg-Saarpfalz sind wir kompetenter Ansprechpartner für die Kolleginnen und Kollegen, die „am Band und in der Produktion schaffen“, aber auch für die, die im „indirekten Bereich“ beschäftigt sind, wie etwa in den Bereichen Einkauf, Forschung und Entwicklung. Oder für diejenigen, die als Meister, als Crowdworker, als Ingenieur, als technische Zeichner oder als kaufmännische Angestellte tätig sind. Auch die Mitarbeiter und vielfach Mitglieder wollen ihre Interessen und Belange in der IG Metall vertreten sehen. Denn die Themen der Angestellten sind auch unsere Themen. Wir wünschen viel Spaß beim Durchstöbern dieser Seite. Interessierte und neue Mitglieder sind natürlich gerne willkommen.

Mit kollegialen Grüßen

Dr. Robert Wycislo

Gewerkschaftssekretär für Angestelltenthemen

BOSCH-Betriebsratssprechstunde traf auf großes Interesse

Eine lebhafte Diskussion, viele Fragen, aber auch viele Antworten. Das ist das Fazit der zweiten Sprechstunde zum Thema „Mobiles Arbeiten“, die der Betriebsrat von Robert Bosch am 17. August zusammen mit der IG Metall im Werk West durchgeführt hat. Gemeinsam mit Dr. Robert Wycislo, IG Metall-Sekretär für Angestelltenfragen, stellten Betriebsrätin Anke Glaeser und der Vorsitzende Oliver Simon die seit 2014 bestehende (neue) Konzernbetriebsvereinbarung vor. Denn auch, wenn neue Arbeitsformen in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt es möglich machen, nicht permanent im Betrieb sein zu müssen, ist für Beschäftigte und Vorgesetzte nicht immer klar, was alles geregelt ist und wo es noch Gestaltungsmöglichkeiten in einer Vereinbarung gibt. So stellten die Teilnehmer immer wiederkehrende Fragen wie: „Muss ein schriftlicher Antrag zur Genehmigung von Mobilem Arbeiten vorliegen, was ist überhaupt der Unterschied zwischen Mobilem Arbeiten und Home Office und wie wird dann meine Mehrarbeit erfasst?“.

Aber auch Fragen möglicher rechtlicher Unsicherheiten, ob beispielsweise der volle Unfallversicherungsschutz greift, wurden in dieser Veranstaltung behandelt (siehe Entscheidung des Bundessozialgerichts zum Unfallversicherungsschutz bei Home Office vom 05.07.2017, Infoveranstaltung der IG Metall „Home Office“ vom 08.09.2016).

Der boschinternen Sprechstunde war eine Abfrage bei indirekt Beschäftigten Ende des letzten Jahres vorausgegangen und den Auftakt der geplanten Serie dieses Formats machte das Thema betriebliche Altersvorsorge ( Betriebsratssprechstunde bei Bosch zum Thema „betriebliche Altersvorsorge“). Auch in Zukunft sind weitere Veranstaltungen für Angestellte bei Bosch geplant. Bei weiteren Fragen rund um die Themen: Mobiles Arbeiten, Telearbeit, Home Office sowie Agiles Arbeiten können Sie sich gerne an die IG Metall  (Kontakt: robert.wycislo@igmetall.de) wenden.

Weitere Infos unter:
7 Fragen zu Mobiler Arbeit
Faktenblatt Mobiles Arbeiten

 

 

Angestelltentreffen

Einmal im Monat findet um 16 Uhr ein Angestelltentreffen von interessierten Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern im Konferenzraum der IG Metall Homburg-Saarpfalz, statt. Dabei nehmen Angestellte und indirekt Beschäftigte aus den einzelnen Betrieben zu ihren Themen daran teil. Der Termin für das nächste Treffen wird in Kürze bekannt gegeben.

Betriebsratssprechstunde bei Bosch zum Thema „betriebliche Altersvorsorge“

Basierend auf eine Postkartenabfrage, die die Bosch-Projektgruppe zur besseren Betreuung im Bürobereich (bBiBb) Ende des letzten Jahres durchgeführt hatte, fand zum Auftakt der Angestelltenarbeit bei Robert Bosch am 4. April im Meeting Room des Werkes Ost eine Sprechstunde zur betrieblichen Altersvorsorge, im Konkreten dem Bosch Pensionsfonds, statt. Dass diese Veranstaltung nicht nur auf Interesse bei den Angestellten, sondern auch bei den Kollegen im gewerblichen Bereich stieß, wurde dadurch deutlich, dass weit mehr als 80 Teilnehmer anwesend waren, so dass die Sprechstunde im wahrsten Sinne des Wortes „aus allen Nähten platzte“.

Frauenfrühstück bei John Deere

Zum Weltfrauentag am 8. März dieses Jahres luden engagierte Frauen des John Deere-Betriebsrates in Zweibrücken in Zusammenarbeit mit dem zuständigen IG Metall Angestelltensekretär zu einem gemeinsamen Frühstück für die Kolleginnen im gewerblichen, aber auch im Angestelltenbereich.

Infoveranstaltung „Psychische Belastung bei Angestellten“

Großes Interesse gab es auch bei der zweiten Infoveranstaltung für Angestellte der IG Metall Homburg-Saarpfalz am 30. November 2016, welche diesmal das Thema der psychischen Gesundheit im Angestelltenbereich unter die Lupe nahm. Gastreferent im Siebenpfeifferhaus in Homburg war diesmal Christoph Ecker, Referatsleiter Arbeits- und Gesundheitsschutz, Arbeitskammer des Saarlandes, der in seinem Vortrag von der Medienresonanz der psychischen Gesundheit über die Gefährdungsbeurteilung bis hin zur Anti-Stress-Verordnung der gegenwärtigen großen Koalition umfassend einging. Die Wahl zu diesem Thema fiel aufgrund einer Befragung während der ersten Infoveranstaltung, die im September des gleichen Jahres zum Thema Home Office durchgeführt wurde. Die Reihe soll in diesem Jahr fortgesetzt werden.

Infoveranstaltung „Home Office (rechtlich) nicht ganz sicher!"

Großes Interesse herrschte Anfang September zum Auftakt der Angestelltenarbeit der IG Metall Homburg-Saarpfalz, als im Siebenpfeifferhaus, Johannes Schaller vom Vorstand der IG Metall über die rechtlichen Unsicherheiten der mobilen Arbeit informierte. Zuvor eröffnete Ralf Reinstädtler, 1. Bevollmächtigter, die Veranstaltung ehe Dr. Robert Wycislo, zuständig für Angestelltenthemen, einen allgemeinen Einstieg in die Themen: Mobile Arbeit, Home Office und Telearbeit bot.

Anlass für die Infoveranstaltung war die Entscheidung des Bundessozialgerichts Anfang Juni diesen Jahres, wonach eine Telearbeiterin einen Unfall auf der Treppe zwischen Heimarbeitsplatz und Küche erlitt und nach Auffassung des BSG dieser nicht unfallversichert war (Urteil vom 5.7.2016, Az. B 2 U 5/15 R).

Johannes Schaller klärte auf: Für einen Arbeitsunfall ist im Regelfall erforderlich, dass die Verrichtung des Versicherten zur Zeit des Unfalls der versicherten Tätigkeit zuzurechnen ist (innerer bzw. sachlicher Zusammenhang) und dass diese Verrichtung zu dem zeitlich begrenzten, von außen auf den Körper einwirkenden Ereignis (dem Unfallereignis) geführt (Unfallkausalität) sowie dass das Unfallereignis einen Gesundheitserstschaden oder den Tod des Versicherten verursacht hat („haftungsbegründende Kausalität“) (vgl. u.a. BSG vom 9.5.2006 - B 2 U 1/05 R). Dies war nach Meinung des BSG im besagten Sachverhalt nicht der Fall, weil die Verrichtung des Wasserholens „typisch eigenwirtschaftlich“ war. Entscheidend ist die Handlungstendenz, ob also ein Weg im unmittelbaren Betriebsinteresse zurückgelegt wird und im sachlichen Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit steht.

Auch zur Frage von „Grenzgängern“, die in der Nähe zu Frankreich wohnen, ging Schaller in seinem Vortrag ein: Diese stehen grundsätzlich beim System des Beschäftigungslandes unter Versicherungsschutz. Besondere Leistungen bei Arbeitsunfall und Berufskrankheit ergeben sich aus den nationalen Vorschriften des zuständigen Staates.

Zum Schluss konstatiert Dr. Wycislo: „Uns ist der erste Aufschlag zur Angestelltenarbeit vor Ort gelungen. Wir wollen aber auch bei weiteren Themen, wie psychische Belastung oder Industrie 4.0 nicht nur durch Infoveranstaltungen aufklären, sondern Angestellte dazu animieren, mit uns an diesen Themen weiter zu arbeiten. Dieses Beispiel zeigt aber auch, dass trotz der heutigen Gestaltungsmöglichkeiten, die Beschäftigten angeboten werden, ihre Arbeit auch außerhalb der Betriebsstätte zu verrichten, es noch viele rechtliche Grauzonen gibt.“


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